Schleppangeln (Trolling)
Was ist Schleppangeln (Trolling)?
Beim Schleppangeln zieht man den Köder hinter einem langsam fahrenden Boot durchs Wasser. So lassen sich große, unübersichtliche Flächen systematisch absuchen — ideal, um verstreute Raubfische im Freiwasser großer Seen und Talsperren überhaupt erst zu finden.
Die Lauftiefe steuert man über die Köderwahl, die Schnurlänge und die Schleppgeschwindigkeit; mit Downriggern, Side-Planern oder Tiefschnüren lässt sich der Köder gezielt auf einer bestimmten Ebene halten. Mehrere Ruten gleichzeitig — wo erlaubt — decken verschiedene Tiefen und Distanzen ab.
Schleppen ist die klassische Methode auf große Hechte, See- und Bachforellen sowie Lachse. Ein Echolot zum Auffinden von Fischschwärmen und Kanten ist dabei extrem hilfreich. Wichtig: Die zulässige Rutenzahl und das Schleppangeln selbst sind je nach Bundesland und Gewässer unterschiedlich geregelt — vorab die Gewässerordnung prüfen.
Zielfische & Einsatzbereich
Saison: Ganzjährig je nach Zielfisch — Hecht im Herbst, Seeforelle im Frühjahr
Montage
Köder per Snap und bissfestem Vorfach hinter dem Boot ausbringen. Schnurlänge (Lead) und Geschwindigkeit bestimmen die Tiefe; für exakte Tiefenkontrolle Downrigger oder Tiefschnur einsetzen. Bei mehreren Ruten Side-Planer nutzen, um die Köder seitlich zu spreizen.
Köder & Imitationen
5 Praxis-Tipps
- 1. Langsam fahren: 2–4 km/h reichen meist; die Geschwindigkeit über die Köderaktion kontrollieren.
- 2. Lauftiefe variieren, bis ein Biss kommt — dann diese Ebene und Geschwindigkeit konsequent wiederholen.
- 3. Echolot nutzen, um Kanten, Schwärme und Standtiefe der Fische zu finden.
- 4. Kurven fahren: der kurveninnere Köder wird langsamer und sinkt, der äußere beschleunigt — provoziert oft Bisse.
- 5. Vorab Gewässerordnung prüfen: erlaubte Rutenzahl und Schleppverbot sind regional verschieden.
Zielfische im Steckbrief
Alles zu Schonzeit, Ködern und Lebensraum — pro Fischart.
Hecht
Der Hecht ist Europas bekanntester Raubfisch — ein Lauerjäger mit gewaltigem Maul und blitzschnellem Angriff.
Bachforelle
Die Bachforelle ist der klassische Salmonide unserer Fließgewässer — scheu, schön gezeichnet und ein Fliegenfischer-Traum.
Lachs
Der Lachs ist der legendäre Wanderfisch — kampfstark, silbern und der Traum vieler Fliegenfischer.
Zander
Der dämmerungsaktive Zander ist Deutschlands beliebtester Speise-Raubfisch — anspruchsvoll und mit feinem Biss.
Wo Schleppangeln (Trolling) funktioniert
Reviere aus dem Gewässer-Verzeichnis mit passendem Typ und Zielfischbestand.
Edersee
Größte Talsperre Hessens und überregional bekanntes Raubfisch-Revier mit kapitalen Hechten und Zandern, am besten vom Boot zu befischen.
Rappbodetalsperre
Imposante Harzer Talsperre — ein tiefes, klares Gewässer mit guten Barsch- und Forellenbeständen sowie dem seltenen Quappenangebot.
Schluchsee
Hoechstgelegene Talsperre Deutschlands und groesstes Binnengewaesser Baden-Württembergs, ein vielseitiges Revier fuer Raubfisch und Salmoniden im Hochschwarzwald.
Verwandte Techniken
Spinnfischen
Die vielseitigste Raubfischmethode: Kunstköder werden geworfen und gleichmäßig eingeholt — ideal für Einsteiger und Profis.
Wobblern (Hardbait-Angeln)
Hardbait-Köder (Minnow, Crankbait, Jerkbait) imitieren Beutefische täuschend echt und reizen Raubfische durch Lautstärke, Tiefgang und Eigenaction.
Sbirolino-Angeln
Schleppmethode am Forellensee: ein schwimmendes oder sinkendes Wurfgewicht (Sbirolino) bringt leichte Köder auf Distanz und präsentiert sie langsam in der gewünschten Tiefe.
Häufige Fragen zu Schleppangeln (Trolling)
Was ist Schleppangeln?
Das Führen des Köders hinter einem langsam fahrenden Boot, um große Flächen abzusuchen - klassisch auf Hecht, See- und Bachforelle sowie Lachs.
Wie steuert man die Lauftiefe beim Schleppen?
Über Köderwahl, Schnurlänge und Geschwindigkeit; für exakte Tiefe nutzt man Downrigger, Side-Planer oder Tiefschnüre.
Worauf muss ich beim Schleppangeln achten?
Auf die zulässige Rutenzahl und ein eventuelles Schleppverbot - das ist je nach Bundesland und Gewässer unterschiedlich, vorab die Gewässerordnung prüfen.