Schiffstouristik Fehmarn
Burgstaaken (Fehmarn)Schiffe: MS Karoline, MS Südwind
Der einzige Betrieb im Test mit echtem Online-Buchungssystem inklusive Terminwahl.
Der deutsche Kuttermarkt ist stark geschrumpft — und fast jede Liste im Netz führt Schiffe, die längst verkauft sind. Diese Übersicht sagt für jeden Betrieb, was wir belegen können: fährt, Status unklar oder eingestellt.
Wer heute eine Kutterfahrt sucht, stößt vor allem auf veraltete Listen. Wir haben deshalb im Juli 2026 die Häfen an Nord- und Ostsee durchgesehen und für jeden Betrieb notiert, was öffentlich belegbar ist. Preise stehen nur dort, wo der Betrieb sie selbst nennt — geschätzt haben wir keinen einzigen. Und wo wir uns nicht sicher sind, steht das auch so da.
Wichtig vorweg: Ruf vor der Anreise an. Ausfahrten hängen vom Wetter und von der Mindestteilnehmerzahl ab, und bei fast allen Betrieben läuft die Anmeldung ohnehin telefonisch.
Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Seit dem Dorsch-Entnahmeverbot liegt der Schwerpunkt auf Plattfisch, Hering und Hornhecht.
Schiffe: MS Karoline, MS Südwind
Der einzige Betrieb im Test mit echtem Online-Buchungssystem inklusive Terminwahl.
Schiffe: MS Rügenland, MS Jan Cux
Betreiber weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Anmeldung erforderlich ist.
Hat den Schwerpunkt vom Dorsch auf Plattfisch verlegt. Website zeitweise mit Zertifikatsfehler nicht erreichbar.
Schwerpunkt offenbar mehrtägige Touren (u. a. Öresund) statt Tagesausfahrten — vor der Anreise klären. Website zeitweise mit Zertifikatsfehler.
Kleines Schiff mit 14 Plätzen, Preis auf Anfrage.
Kleinboot für bis zu 9 Personen — zwischen Kutter und Guiding. Steht auch im Guide-Verzeichnis.
Schiffe: MS Christa, MS Peter II, MS Südwind
Bis zu 40 Plätze. Preise werden auf der Website nicht genannt.
Website zeitweise nicht erreichbar.
Website derzeit nicht erreichbar (DNS-Fehler) — Kontakt nur telefonisch.
Kleines Schiff (8–12 Personen). Website derzeit nicht erreichbar.
12 Plätze.
11 Plätze.
Grenzfall: Preis pro Person sinkt mit der Gruppengröße — eher Charter als klassische Kutterfahrt.
Bodden- statt Hochseeangeln. Das Formular ist eine Anfrage ohne Echtzeit-Verfügbarkeit — der Betrieb weist selbst darauf hin, dass der Wunschtermin nicht garantiert werden kann.
Überwiegend Makrelenfahrten in der Sommersaison, meist von den ostfriesischen Sielhäfen aus.
Website zeitweise nicht abrufbar.
Charterpreis auf Anfrage.
Grenzfall: Ausflugsreederei mit Makrelenangeln im Programm, kein reiner Angelkutter. Eigenes Online-Ticketsystem.
Diese Betriebe waren früher aktiv. Ihre Website ist nicht mehr erreichbar oder wir haben keine aktuelle Bestätigung gefunden — wir führen sie hier, damit die Suche nicht ins Leere läuft, aber nicht als buchbares Angebot.
Website nicht mehr erreichbar; aktueller Betrieb nicht bestätigt.
Keine aktuelle Bestätigung gefunden.
Keine aktuelle Bestätigung gefunden.
Keine aktuelle Bestätigung gefunden.
Keine aktuelle Bestätigung gefunden.
Keine aktuelle Bestätigung gefunden.
Die Hafenseite nennt als Schwerpunkt inzwischen Seebestattungen. Ob noch Angelfahrten stattfinden, ließ sich nicht klären.
Letzte auffindbare Bestätigung stammt aus etwa 2022.
Domain nicht mehr auflösbar.
Website mit Zertifikatsfehler nicht erreichbar.
Die frühere Domain leitet inzwischen automatisch auf eine fremde Werbe-/Tracking-Seite um. Wir verlinken sie deshalb bewusst nicht — bitte nur über die Telefonnummer Kontakt aufnehmen.
Diese Kutter tauchen in anderen Listen teilweise bis heute als aktiv auf. Sie stehen hier, damit du nicht vergeblich anrufst.
Letzte Ausfahrt am 30.12.2022. Der Betreiber nannte das damalige Baglimit von einem Dorsch pro Angler und Tag sowie sinkende Gästezahlen als Grund.
Nach Hvide Sande (Dänemark) verkauft. Betreiber Egbert Jasper nannte die drastisch reduzierten Ostsee-Fangquoten als Grund.
Betrieb „auf unbestimmte Zeit eingestellt"; als Grund nennt der Betreiber die Unterhaltskosten des rund 75 Jahre alten Schiffs.
Angelfahrten in der bisherigen Form nach eigener Aussage rechtlich nicht mehr möglich. Der Betrieb ist auf Selbstfahrerboote ohne Skipper umgestiegen.
Liquidationshinweis von 2023, Domain nicht mehr aktiv.
Ehemals fünf Schiffe. Die Domain steht inzwischen zum Verkauf.
Schiff von einer anderen Reederei übernommen; unter diesem Betrieb keine Angelfahrten mehr.
Außer Dienst; das Schiff liegt in Wismar.
Der Dorsch war das wirtschaftliche Rückgrat der Ostsee-Kutterfahrten. Für die Freizeitfischerei in der westlichen Ostsee wurde das Tageslimit („Baglimit") schrittweise heruntergefahren, bis 2024 gar keine Entnahme mehr erlaubt war:
| Jahr | Erlaubte Entnahme je Angler und Tag |
|---|---|
| 2017 | 5 Dorsche pro Angler und Tag (3 in der Laichschonzeit) |
| 2018 | 5 Dorsche |
| 2019 | 7 Dorsche — Höchststand |
| 2020–2021 | 5 Dorsche (2 im Februar/März) |
| 2022–2023 | 1 Dorsch (0 in der Schonzeit) |
| seit 2024 | 0 — vollständiges Entnahmeverbot |
Die Folgen sind messbar: Nach Erhebungen des Thünen-Instituts entfallen nur noch rund 5 Prozent aller Ostsee-Angeltage auf das Kutterangeln, und die Zahl der Kutterangler in Heiligenhafen ging um etwa 81 Prozent zurück. Bemerkenswert ist dabei: Die Gesamtzahl der Ostseeangler blieb stabil. Es verschwindet also nicht das Meeresangeln — es verschwindet der Kutter. Viele Angler sind auf Ufer, Belly Boat oder das eigene bzw. gemietete Kleinboot umgestiegen.
Quellen: Lewin, Weltersbach & Strehlow (2023), Zeitschrift für Fischerei 3, Art. 13 (DOI 10.35006/fischzeit.2023.35) · Verordnung (EU) 2025/2454 (Fangmöglichkeiten Ostsee 2026, beschlossen am 28.10.2025).
Nach unserer Recherche (Stand Juli 2026) sind es 22 Betriebe an Nord- und Ostsee, die wir als aktiv bestätigen konnten — einige davon Grenzfälle wie Kleinboot-Charter oder Ausflugsreedereien mit Angelprogramm. Bei 11 weiteren ließ sich der Status nicht klären, und 8 Betriebe haben nachweislich eingestellt oder ihr Schiff verkauft. Vor zehn Jahren waren es deutlich mehr.
Hauptgrund ist der Dorsch. In der westlichen Ostsee dürfen Angler seit 2024 überhaupt keinen Dorsch mehr entnehmen; davor sank das Tageslimit von sieben Fischen (2019) auf einen (2022). Da der Dorsch das wirtschaftliche Rückgrat der Kutterfahrten war, sind die Gästezahlen eingebrochen — das Thünen-Institut misst für Heiligenhafen einen Rückgang der Kutterangler um rund 81 Prozent.
Angeln ja, mitnehmen nein: In der westlichen Ostsee gilt für die Freizeitfischerei ein ganzjähriges Entnahmeverbot für Dorsch, gefangene Fische müssen zurückgesetzt werden. Die Kutter sind deshalb überwiegend auf Plattfisch, Hering, Hornhecht und Makrele umgestiegen. Was in deinem Gebiet aktuell gilt, steht im Regelwerk.
Meistens nicht. Von 22 aktiven Betrieben haben nach unserer Recherche 2 ein echtes Online-Buchungssystem mit Terminwahl und Verfügbarkeit — und einer davon ist eine Ausflugsreederei, die Makrelenangeln im Programm hat. Der Normalfall ist der Anruf, oft mit dem ausdrücklichen Hinweis des Betreibers, dass eine Anmeldung erforderlich ist.
Weil wir es nicht sicher wissen und es lieber schreiben, als zu raten. Diese Betriebe waren früher aktiv, ihre Website ist aber nicht mehr erreichbar oder wir haben seit mindestens zwei Jahren keine Bestätigung gefunden. Ruf dort an, bevor du anreist — und sag uns gern Bescheid, was du erfahren hast.