Das Zander-Paradox: Warum der Österreich-Rekord schwerer ist als der „Weltrekord"
Friedrich Kraus fing 1990 in der Donau bei Brunn am Gebirge einen Zander von 18,70 kg. Der offizielle Weltrekord liegt bei 11,48 kg. Beide Zahlen stimmen — sie beantworten nur verschiedene Fragen. Ein Weltrekord ist kein Naturmaß, sondern das Ergebnis eines Verfahrens: Man muss den Fisch auf einer geeichten Waage wiegen, Zeugen benennen, Gerät und Schnur einreichen und ein Formular ausfüllen. Wer das nicht tut, hat keinen Rekord — er hat nur einen sehr großen Fisch. In Österreich und Deutschland ist das eher die Regel als die Ausnahme, viele Angler kennen die IGFA schlicht nicht oder haben kein Interesse. Wenn dich also interessiert, wie groß Zander wirklich werden, ist die Zahl aus der österreichischen Rekorddatenbank die ehrlichere Antwort — und der „Weltrekord" sagt vor allem, wer sich die Mühe mit dem Papierkram gemacht hat.